18.09.2014

Gemeinschaftsausstellung des Graphik-Collegiums














Die Ausstellung kann bis Juli/August 2015 nach Anmeldung 
 wochentags zwischen 9 und 17 Uhr besichtigt werden.



"...Die Radierung ist für mich die Königin unter den Drucktechniken. Nicht nur wegen ihrer Schönheit, sondern auch wegen ihrer Vielfalt der unterschiedlichen Gestaltungsmöglichkeiten..."

Martha Pflug-Grunenberg zur Eröffnung der Ausstellung

Die 27 Mitglieder des Graphik-Collegiums Berlin freuen sich sehr Ihnen heute eine Auswahl von 60 Werken aus ihrem künstlerischen Schaffen hier in diesen Räumen zu präsentieren.

Unsere Gruppe verbindet die Liebe zur Druckgrafik, insbesondere zur Radierung. Wir alle sind seit mehreren bis vielen Jahren in der Druckwerkstatt des Studio Bildende Kunst in der Villa Skupin in Lichtenberg aktiv. Betreut wird die Druckwerkstatt seit 1988 von dem Maler und Grafiker Stefan Friedemann.
Wir zeigen unsere Arbeiten regelmäßig nicht nur einzeln, sondern auch gemeinschaftlich in Ausstellungen und beteiligen uns an vielfältigen kulturellen Projekten und Aktivitäten im Bezirk und ganz Berlin, wie z.B. der “Langen Nacht der Bilder” oder dem “Kunstkreuz”. Außerdem sind wir regelmäßig bei der “Auktion zugunsten der Kinder von Tschernobyl” vertreten. Einige Mitglieder von uns geben zudem auch selber Druckgrafik-Kurse für Kinder und Jugendliche.

Die Technik des Radieren entstand vermutlich zu Beginn des 16.Jh aus Goldschmiede und Waffenätzerverfahren, bzw. Ca. 50 Jahre früher die Kaltnadelradierung (Hausbuchmeister). Ursprünglich in Eisenplatten geätzt, verwendete man in den letzten Jahrhunderten polierte Kupferplatten als Bildträger. Wir vom Graphik-Collegium benutzen heute meistens polierte Zinkplatten oder für Kaltnadelradierungen Kunststoff oder Tetra-Pak. Viele bedeutende Künstler der Kunstgeschichte haben sich mit Radierungen beschäftigt, darunter Rembrandt (der auch selbst eine große Sammlung an Radierungen anderer Künstler besaß), Piranesi, Tiepolo, Goya und Picasso.

In dieser Ausstellung sind verschiedene Radiertechniken vertreten. Neben der klassischen Strichätzung, sehen sie auch Aquatinten und Reservagen, Vernis Mou und natürlich auch Kaltnadelradierungen.
Die Radierung ist für mich die Königin unter den Drucktechniken. Nicht nur wegen ihrer Schönheit, sondern auch wegen ihrer Vielfalt der unterschiedlichen Gestaltungsmöglichkeiten. So kann man die unterschiedlichen Techniken miteinander kombinieren und sehr komplexe Bildverhalte aufbauen. Die Radierung vereint außerdem künstlerisches mit handwerklichem Schaffen. Sie ist ein sehr kompliziertes, arbeitsintensives und oftmals sehr zeitaufwendiges Verfahren, bei dem man keine Scheu vor Lösemitteln, Säuren, Kolophonium, Feuer und schmutzigen Händen haben sollte.
Leider kann ich an dieser Stelle nicht auf die einzelnen Radiertechniken und -prozesse eingehen. Wir zeigen aber später einen kurzen Film in dem die Entstehung einer Aquatinta gezeigt wird und es wird auch eine PowerPonit Präsentation laufen, in der einzelne Schritte zur Anfertigung einer Radierung gezeigt und erläutert werden. Außerdem werden einige meiner Kollegen ihnen live mit bereits vorbereiteten Platten einen Druck vorführen.
Viele der ausstellenden Künstler sind aber auch heute vertreten und beantworten ihnen gerne Fragen zu ihren Bildern und den unterschiedlichen Druckverfahren.

An dieser Stelle möchte ich sie noch auf die kommende 22. Auktion zu Gunsten der Kinder von Tschernobyl hinweisen, die am 7.11.14 in der Galerie im Ratskeller in Lichtenberg stattfindet. Den 7.11. bitte vormerken, insbesondere wenn der ein oder andere unter ihnen die Radierung für sich entdeckt und vielleicht, wie Rembrandt, seine eigene Sammlung aufbauen möchte.

So, und nun wünsche ich ihnen viel Spaß in der Ausstellung.